Warum wir unseren eigenen Namen bei Google eintippen 

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TACHLES.CC - Blog: Dr. Thomas Rose schreibt regelmäßig über die Themen Coaching, Persönlichkeitsentwicklung und Eigenverantwortung
“Reise nicht nur um neue Landschaften zu entdecken, sondern auch um neue Sichtweisen zu erlernen.”

Haben Sie schon mal Ihren eigenen Namen in eine Suchmaschine eingetippt?

Wenn ich in einem Vortrag diese Frage stelle, dann nicken fast alle Teilnehmer zustimmend. Manche sind etwas verschämt – vielleicht weil sie sich erwischt fühlen. Denn mal ehrlich: Warum tippen wir unseren Namen in Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo ein? Erwarten wir wirklich, dass die Maschinen etwas über uns wissen, von dem wir noch keine Ahnung hatten?

Haben Sie schon mal Ihre eigene Adresse bei Google-Streetview eingetippt?

Auch hier nicken die meisten Zuhörer. Streetview ist ein fantastisches Programm.

  • Mit Google Streetview können Sie die Champs Elysées in Paris entlang gleiten – ohne selber zu vereisen.
  • Sie können die Häuserschluchten von Manhattan erkunden – ohne von ihrem Schreibtisch aufzustehen.
  • Oder Sie können sich im Bruchteil einer Sekunde direkt vor das Hofbräuhaus in München befördern – ohne auch nur einen einzigen Schritt vor die Tür zu machen.

Aber was ist die erste Adresse, die die meisten Menschen in Google Streetview eintippen: Die eigene.
Wir schauen uns im Internet das Haus an, in das wir täglich ein und aus gehen.

Warum?

Waren Sie schonmal auf einer größeren Tagung oder Konferenz?

Zum Beispiel bei einem dieser wunderbaren Toastmasters-Konferenzen oder bei der German Speakers Association? Bei solchen Veranstaltungen gibt es regelmäßig ein Programmheft. Und am Ende des Programmheftes befindet sich die Teilnehmerliste. Und welchen Namen suchen wir dort zuerst? Den eigenen. Wir schauen im Programm nach, ob wir da sind.

Warum?

Und dann gibt es auf solchen Veranstaltungen riesige Fotowände mit den Bildern der Veranstaltung vom letzten Jahr. Dort können wir alle unsere Freunde und Kollegen finden, die wir seit 12 Monate nicht mehr gesehen haben.
Aber welches Foto suchen wir? Unser eigenes.

Warum?

Warum wir Ausschau nach uns selber halten

Ich glaube, der Hauptgrund, warum wir ständig nach uns selbst Ausschau halten ist uns zu vergewissern, dass wir Spuren hinterlassen. Wenn wir uns auf unserem Weg durchs Leben umdrehen, dann wollen wir da wo wir waren Fußabdrücke sehen. Fußabdrücke, die andere – wenn sie nur nach uns Ausschau halten würden – ebenfalls finden können.

Es geht nicht darum herauszufinden, was Google über uns weiß, sondern es geht darum zu wissen, was andere über uns herausfinden könnten. Was andere von uns sehen würden, wenn sie sich nur auch einmal nach uns umdrehen würden, wenn die anderen nur ein bisschen genauer hinschauen würden, wenn die anderen nur ein kleines bisschen Interesse für uns aufbringen könnten. Und wenn sich die anderen schon nicht für uns interessieren, dann wollen wir uns wenigstens selbst davon überzeugen, dass wir noch da sind.

Wir wollen Spuren hinterlassen, Fußabdrücke. Und zwar andere Fußabdrücke, als nur unseren CO2-Fußabdruck. Wir wollen, dass man an uns denken kann, dass man sich unter unserem Namen etwas vorstellen kann, dass man sich an uns erinnert, selbst wenn wir diesen Raum verlassen haben. Letztlich geht es darum wahrgenommen zu werden und Anerkennung für die eigene Existenz in den Augen der Anderen zu finden.

Auf Facebook erfinden wir Ereignisse, die niemals stattgefunden haben. Und das, was stattgefunden hat, wird so dargestellt, dass andere uns beneiden.

Überall finden sich selbsternannte Experten, die darüber posten, wo sie wen von was auch immer überzeugt haben. Alles Leader. Kaum noch Learner.

Das Interessante ist, dass nicht nur wir wahrgenommen werden wollen, sondern alle anderen auch. Alle wollen Spuren hinterlassen. Alle wollen, dass sich jemand nach ihnen umdreht. Alle wollen wahrgenommen werden und Anerkennung erfahren. Alle tippen Ihren Namen in Google ein.

Drei einfache Dinge, die Sie tuen können um Spuren zu hinterlassen

  1. Seien Sie ein Vorbild
    Tun Sie die Dinge, die andere unterlassen. Bringen Sie das zu Ende, was andere immer nur anfangen. Hören Sie auf Ihre Sehnsüchte und vergessen Sie nicht, dass andere sich ebenfalls sehnen. Reden Sie halb soviel wie Sie zuhören. Sagen Sie etwas freundliches. Lächeln Sie. Seien Sie hilfsbereit. Geben Sie, ohne Erwartung einer Gegenleistung.
  2. Seien Sie sich Ihres Wohlstandes bewusst
    Und dabei rede ich nicht von Geld. Sie sind wohlhabend, weil Sie lesen können. Weil andere Bücher geschrieben haben, die Sie nur aus dem Regal nehmen müssen. Weil Städte und Gemeinden Büchereien bauen, in die Sie nur hinein gehen müssen und alles Wissen dieser Welt zu Ihren Füßen liegt. Sie sind wohlhabend weil jemand das Telefon erfunden hat, mit dem Sie einen lieben Menschen anrufen und etwas nettes sagen können. Sie könne jemanden anrufen und um Hilfe fragen. Sie können über das Telefon sogar etwas zu essen bestellen, was Ihnen ein anderer nach Hause bringt. Sie sind wohlhabend weil Menschen die Straße vor Ihrem Haus asphaltiert haben, so dass Sie nach einer Regennacht nicht durch den Matsch waten müssen. Ich bin sicher, Sie können diese Liste endlos weiterführen.
  3. Entscheiden Sie sich dazu, nie wieder zu jammern
    Fokussieren Sie sich nicht darauf, was Sie gerade durchmachen, sondern wo Sie letztlich hinwollen. Suchen Sie nicht nach denen, die Sie zur Verantwortung ziehen können, sondern nach denen, die Sie auf Ihrem Weg unterstützen können. Machen Sie nicht die Umstände für Ihre aktuelle Situation verantwortlich, sondern übernehmen Sie die Verantwortung beides zu ändern. Suchen Sie nach Lösungen, nicht nach Schuldigen. Klagen Sie nicht über eine 25%-ige Regenwahrscheinlichkeit sondern freuen Sie sich über die 75%-ige Sonnenwahrscheinlichkeit.

Wenn Sie nur einen Bruchteil von dem beherzigen, werden sich andere Menschen gerne mit Ihnen umgeben, sich gerne nach Ihnen umdrehen, und sich gerne an Sie erinnern.

Machen wir es ihnen einfach.

Geschrieben am von Dr. Thomas Rose | Abgelegt in coaching, motivation | 1 Kommentar

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Dr. Thomas Rose | coaching · training · public speaking

Eine Antwort zu “Warum wir unseren eigenen Namen bei Google eintippen”

  1. Lieber Thomas,
    es ist immer eine Freude Deine Blogs zu lesen. Es ist Bestätigung einerseits. Andererseits sage ich Danke für die wertvollen Gedanken, die anregen in sich zu gehen, um für andere da zu sein. In 70 Tagen werde ich zu Ende bringen, was vor drei Jahren begonnen hat und zunächst nicht vorstellbar schien. In diesem Sinne hoffe ich, dass es mir gelingt ein Vorbild für Selbstführung zu sein. Ich freue mich auf ein Wiedersehen.
    Gruß Markus

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