Führen bedeutet Kommunizieren - TACHLES Coaching und Consulting 

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Wir müssen reden…

Immer da, wo mindestens zwei Menschen ein gemeinsames Ziel verfolgen, stellen unterlassene Gespräche eine der größten Hindernisse bei der Zielerreichung dar. Dies gilt für börsennotierte Großkonzerne genau so wie zu Hause bei der Familie und privaten Freunden. Nicht nur die Kosten von Projekten und Vorhaben werden dadurch in die Höhe getrieben, sondern auch die Frustration Ihrer Mitarbeiter (oder eben Ihrer Familienmitglieder).

Keine Ahnung was der von mir will

Bleiben wir bei den Unternehmen und dem Umsetzen von Projekten. Wenn man unabhängig voneinander den Chef und die Mitarbeiter fragt wie die Vorstellungen und Erwartungen der einzelnen Rollen aussehen, so bekommt man in der Regel antworten, die unterschiedlicher nicht ausfallen könnten. Die Ursache dafür liegt oft nicht nur darin, dass die Führungskräfte zu wenig mit Ihren Mitarbeitern kommunizieren, sondern oft auch ineffektive Mitarbeitergespräche führen.

„Für meine Mitarbeiter bin ich immer da!“

Wenn Sie so denken, dann haben Sie sicher ein dickes Lob verdient. Allerdings reicht hohe Verfügbarkeit nicht aus. Als Führungskraft haben Sie gegenüber Ihren Mitarbeitern eine Holschuld – unabhängig davon, was Sie vertraglich mit Ihren Mitarbeitern vereinbart haben. Schließlich handelt es sich hier um Ihr Projekt: Sie sind verantwortlich, Sie müssen am Ende für die Ergebnisse gerade stehen. Es macht keinen guten Eindruck wenn Sie Ihren Kunden sagen: „Meine Mitarbeiter haben mich nicht hinreichend informiert, daher können wir den Termin nicht halten.“

Trauen Sie Ihrer Intuition

Ich gehe davon aus, dass Sie kein grober Klotz und Stoffel sind – sonst wären Sie nicht da wo Sie jetzt sind. Natürlich kommen Sie in Ihrem Projekt nicht ohne Meilenstein-Planung, Pflichtenhefte und sonstige, auf harten Fakten basierende Dokumente und Werkzeuge aus. Aber vergessen Sie einmal alles wozu man einen Computer braucht.

Hören Sie auf Ihre innere Stimme und achten Sie auf Ihre Gefühle. Sie fühlen sehr genau, wenn irgendetwas im Argen liegt. Trauen Sie Ihrer Intuition, gönnen Sie sich einige Momente der aufmerksamen Stille und hören Sie in sich, wo das Problem liegt. Sollte das Problem ein Kommunikationsproblem mit Ihren Mitarbeitern sein, so beschreiben Sie das Problem so, dass

  1. Sie es genau verstehen und
  2. Ihre Mitarbeiter es genau verstehen.

Wenn Sie glauben das Problem verstanden zu haben, dann gehen Sie nicht davon aus, dass auch alle anderen verstehen wo das Problem liegt. Versetzen Sie sich in die Situation der Person, deren Verhalten oder Leistung Sie besprechen müssen und stellen Sie sicher, dass alle Ihre Argumente sachbezogen, niemals auf die Person bezogen und vor allem niemals verurteilend oder gar kränkend sind.

Keine Emotionen in Mitarbeitergesprächen?

Wenn die Chemie zwischen Ihnen und Ihrem Gesprächspartner nicht stimmt, dann haben Sie ausser der unzureichenden Kommunikation noch ein ganz anderes Problem. Aber ein Krisen- oder Mitarbeitergespräch ist auf gar keinen Fall der Ort, an dem alte Rechnungen beglichen werden. Bleiben Sie unbedingt sachlich, themenbezogen und fokussiert. Natürlich sollen Sie empathisch und engagiert sein, aber lassen Sie sich nicht zu folgenden Fehlern hinreißen:

  • Wutausbrüche
  • unangemessene Lobhuddelei
  • ausschließlich „Du“-Botschaften
  • Argumentations-Salven (auch Sprechdurchfall genannt)

Bleiben Sie bei der Sache

Besprechen Sie zunächst nur das eine Thema, das Ihnen unter den Nägeln brennt und halten Sie sich dabei so kurz wie es eben geht. Kommen Sie zum Punkt und bleiben Sie unbedingt bei der Sache. Wenn es mehrere schwierige Themen gibt, dann beraumen Sie lieber einen weiteren Termin ein. Bedenken Sie: Unter Umständen hatte Ihr Mitarbeiter überhaupt kein Bewusstsein für die Problemsituation und er muss das Gesagte erst einmal verdauen. Geben Sie ihm Zeit zum Reflektieren und ermuntern Sie ihn – wenn Thema und Diskretion es zulassen – die Situation mit anderen zu besprechen. Denken Sie auch über Folgetermine nach um die Vereinbarungen an der Realität zu messen und Fortschritte wahrzunehmen.

Aber als Führungskraft ist es auf jeden Fall Ihre Pflicht bei aufkommenden Problemen das Erstgespräch zu initiieren. Machen Sie nicht gleich aus jeder Mücke einen Elefanten, aber warten Sie auch nicht zu lange bis Sie das Gespräch aufnehmen. Denn je länger Sie warten, um so größer sind die Herausforderungen, denen Sie gegenüber stehen werden.

Nie wieder: Kommunikationsvakuum

Bedenken Sie schließlich, dass unterlassene Gespräche den Abstand zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeitern vergrößern. Das so entstandene Vakuum füllt sich nur allzu gerne mit Gerüchten, Missverständnissen und Vorurteilen.

Führen heißt Kommunizieren. Kommunizieren heißt Führen.

Und bezüglich der Effektivität Ihrer Kommunikation gilt: Was am Schreibtisch funktioniert, funktioniert auch am Küchentisch.


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Geschrieben am von Dr. Thomas Rose | Abgelegt in coaching, führung, kommunikation, mitarbeitergespräche | Gehört zu , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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